Chronik der KG Vettweiß    

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Suchen wir nach dem Ursprung oder der Gründung unserer Karnevalsgesellschaft, sind wir auf Aussagen der älteren Mitglieder und Bewohner unseres Ortes angewiesen. Da die mündliche Überlieferung nach einer so langen Zeit lückenhaft sein kann, bitten wir um Verständnis, wenn hier und da etwas Wesentliches fehlen sollte.

Aus den Gesprächen mit älteren Mitgliedern und Bürgern aus unserer Gemeinde war zu erfahren, dass schon Ende der 20er Jahre ein Stammtisch mit den Herren Peter Hülden (Gastwirt), Peter Kappertz (Posthalter), Anton Runte (Apotheker) und Dr. Gustav Lüssem (Tierarzt) erste Schritte in Richtung Karneval unternommen wurden.
Diese Ursprünge >>Wysser<< Humors übernahm das Vettweißer Tambourcorps >>Gut Klang<< und gilt somit als Vorläufer unserer Karnevalsgesellschaft.
Bereits im Jahre 1934 veranstaltete man am Rosenmontag einen kleinen Umzug. Mitwirkende, außer dem Tambourcorps, waren mehrere Fußgruppen und einige Wagen. In diesen Jahre komponierte Willi Ostermann sein Lied: >> Bei Palms do es de Pief verstopp<<. Die war Anlass genug, da in der Sollergasse - heute Dürener Straße - die Familie Palm wohnte, einen Wagen zu diesem Thema zu bauen. Nachdem man die Sollergasse erreicht hatte, versuchten die Söhne der Familie Palm, den Wagen umzukippen. Dieses Vorhaben konnte durch tatkräftige Gegenwehr der Zugteilnehmer vereitelt werden.

Durch das Tambourcorps wurde in der Gaststätte Wilhelm Christoffels am Markt gemütliche Abende mit karnevalistischen Aufführungen abgehalten.

Im Jahre 1938 war es dann soweit. Um dieses bunte Treiben im Ort etwas zu festigen, gründete man die Karnevalsgesellschaft Vettweiß. Es wurde die erste Sitzung veranstaltet. Am Rosenmontag zog ein Karnevalszug mit dem Prinzen Peter Hülden und der Prinzessin Berta Bank durch den Ort. Die Funkengarde Vettweiß wurde gegründet und das >>Stippe Föttche<< wurde getanzt. Die Karnevalsgesellschaft und die Funkengarde wurde Bestandteil der Dorfgemeinschaft Vettweiß.

Der zweite Weltkrieg unterbrach jegliche karnevalistische Tätigkeit. Die meisten Mitglieder der Gesellschaft zogen in den Krieg. Viele fanden den Tod oder sind vermisst. Einige kehrten nach Jahren der Kriegsgefangenschaft erst spät heim.

In der Session 1948 / 1949 war es dann soweit. Durch die Karnevalsgesellschaft Buir wurde im Saale Hülden eine Sitzung veranstaltet. Damit war das Verlangen geweckt worden, ab der Session 1949 / 1950 wieder selbst tätig zu werden.

In einer Versammlung suchte man nach Mitwirkenden aus den eigenen Reihen. Der Personenkreis, der zur aktiven Mitarbeit bereit war, stellte sich als so umfangreich heraus, dass bereits zwei Sitzungen (Neujahr und am Fastnachtssonntag) stattfinden konnten.

Aus den eigenen Reihen wirkten u.a. mit:
Josef Rittmeyer als Hoppeditz, Heinrich Tesch, Johann Malsbenden und Jean Gietmann als Büttenredner, Hermann Spilles als Sänger, Klara Welsch als Büttenrednerin, die Vier (Hans Berbuir, Hubert Brandenburg, Ludwig Ink und Hubert Scholl) im Quartett als Parodisten.

Ferner wirkten mit:
Die neu aufgestellt Funkengarde mit dem Tanzpaar Willi Imdahl und Hanni Hassler, Eine Gesangsgruppe Vettweiß unter Leitung von Josef Stahl mit Maria Pütz, Marianne Müller, Kläre Hassler, Hans Berbuir, Josef Schmitz und Hubert Brandenburg. Hubert Brandenburg ist heute noch aktiv im Elferrat.

Aus dieser Gesangs- und Tanzgruppe ging die mehr als 30 Jahre aufgetretene >>Gruppe Stoye<< hervor, die Jahr für Jahr mit immer neuen Ideen die Sitzungen bereicherte.

Zu Anfang war die finanzielle Lage der Gesellschaft mehr als dürftig. So wurden die Hüte für die Funken aus Pappe von dem Funkenmariechen Hanne Hasseler selbst angefertigt.

In den nun folgenden Jahren wurden die Sitzungen jeweils am Neujahrstag und am Karnevalssonntag abgehalten, die bei der Bevölkerung immer beliebter wurden. Die Karnevalsgesellschaft verpflichtete zu diesem Zeitpunkt bereits durch Funk und Fernsehen bekannte Kräfte.

Ende der 50er Jahre mussten die Karnevalsveranstaltungen, bedingt durch die Lagerung von Zucker, im Saale Hülden ausfallen. Diese Zuckerkrise dauerte zwei Jahre. In dieser Zeit war die Bevölkerung von Vettweiß gezwungen, ihren geliebten Karneval in den Nachbargemeinden zu feiern. Verstärkt gefeiert wurde jedoch am Weiberfastnacht das so genannte >>Möhnentreiben<< in allen Gaststätten des Ortes. Auf dieses >> Möhnentreiben mit Schlüsselübergabe<< in Vettweiß wurde sogar in der Sendung des Westdeutschen Rundfunks >>Zwischen Rhein und Weser<< hingewiesen. Nach dem der Saal endlich von Zucker geräumt war, konnte im Jahre 1959 an die Tradition der Vorjahre angeknüpft werden, jedoch wurde nur noch eine Karnevalssitzung veranstaltet.

Am 01.02.1963 wurde unser heutiger 1. Vorsitzende und Programmverantwortlicher Heinz Pielen als Propaganda- und Werbeleiter in den Vorstand der KG Vettweiß gewählt.

Ab dem Jahre 1968 wurden Mitgliedslisten geführt und ein Beitrag erhoben. Der Zugang steigerte sich sehr schnell auf eine stattliche Mitgliederzahl. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Sitzungen von dem 2. Vorsitzenden Heinz Pielen gestaltet. Sitzungspräsident wurde für lange Jahre der Geschäftsführer Matthias Schmitz.

Am 26. Oktober 1968 beschloss die Versammlung eine Satzung sowie die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Düren. Die Eintragung erfolgte am 11. Februar 1969. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Geschicke der Gesellschaft u.a. von folgenden Vorsitzenden geführt:
Peter Hülden, Otto Rahmen, Adi Peters, Josef Welsch und Arnold Dederichs.
In den Jahren 1973 und 1974 nahm der Karneval in Vettweiß einen solchen Aufschwung, dass z.B. im Jahre 1974 die Besucher sich 24 Stunden vor Begin des Kartenvorverkaufs anstellten, um eine Eintrittskarte zu ergattern. Um einem größeren Publikum den Besuch einer Sitzung zu ermöglichen, wurden ab 1975 wieder zwei Sitzungen abgehalten.
An diesen Sitzungen wirkten u.a. mit: Tambour- und Bläsercorps TC Wyss, Hermann und Bernhard Spilles (Gesang), Paul Becker und Bernd Michels (Büttenredner), MGV Vettweiß, Funkengarde Vettweiß, Damengarden, Kindertanzgruppen, Kindertanzpaar Dagmar Bergmann und Robert Courth, Die Gruppe Stoye, Die Vier und Josef Rittmeyer als Hoppeditz.

Auch die Kinder wurden im Jahre 1974 so aktiv, das von diesem Zeitpunkt an jährlich sehr beliebte und gut besuchte Kindersitzungen abgehalten wurden. Diese Kindersitzungen wurden auf Initiative der Funkengarde, insbesondere von Gabriel Courth, Hans Wollersheim und dem ehemaligen Lehrer der Hauptschule Vettweiß, Herrn Manfred Weigel ins Leben gerufen.

Die Gestaltung und der Umfang des Rosenmontagszuges nahm von Jahr zu Jahr immer größere Formen an. Dies finanziell zu bewältigen war nur durch die geschlossene Unterstützung aller Einwohner von Vettweiß und Kettenheim sowie durch Gestellung der Traktoren der Firma Imdahl und den ortsansässigen Landwirten möglich.

Im Jahre 1980 wurden wir Mitglied des Regionalverbandes Düren e.V. und im Bund Deutscher Karneval e.V.

Bei der Vorstandssitzung im Jahre 1981 wurde vom 2 Vorsitzenden Heinz Pielen der Vorschlag gemacht, in der Session 1981 / 1982 die erste Herrensitzung in Vettweiß durchzuführen. Die Nachfrage nach Karten war so groß, dass in wenigen Monaten der Kassierer melden konnte: >>Sitzung ausverkauft<<. Am 17 Januar 1982 war es dann so weit. Der Saal war besetzt mit erwartungsvollen Herren. Was sich dann abspielte, ist kaum, in Worte zu fassen. Die >>Herrenwelt<< war von dem dargebotenen Programm restlos begeistert. Nach der Sitzung wurden bereits Karten für die Session 1982 / 1983 bestellt.

Eine weitere Bereicherung erfuhr der Karneval in Vettweiß am 22 Januar 1985. Was den >>Herren<< recht ist, ist den Damen billig<<. An diesem Tage startete die erste Damensitzung. Der Erfolg war überaus groß, denn für Stimmung sorgten u.a. das Colonia Duett (die unvergessenen Hans Süper und Hans Zimmermann) und de Höhner aus Köln.
Die beiden Sitzungen sind im Vettweißer Karneval nicht mehr wegzudenken.

Die Gruppe >>Les Charmeurs de Paris<< traten zum ersten Mal in der Damensitzung am 22. Januar 1985 auf.

Die Kartennachfragen für unsere Sitzungen stiegen immer weiter. Im Saal >>Alt Vettweiß<< konnten nur maximal 500 Karten angeboten werden. Die Gagen der auftretenden Künstler aus Köln stiegen enorm. Die veranlasste den Vorstand 1994 erstmalig, die Herren und Damensitzung mit jeweils 1380 Plätzen am Schützenplatz abzuhalten. Seit 1995 steht das Zelt an seinem jetzigen Platz an der Hauptschule Vettweiß. Durch den ständigen Wechsel der Pächter im Saal >>Alt Vettweiß<< findet seit 1995 auch die Sessionseröffnung, der Kostümball und der Abschluss des Rosenmontagszuges in der Aula der Hauptschule Vettweiß statt.

1996 war die Kartennachfrage für die Damensitzung so groß, dass eine zweite Damensitzung angeboten werden musste. Dieser Trend setzte sich 1997 fort. Es kann eine dritte Damensitzung hinzu.

In der Jahreshauptversammlung 1997 trat der langjährige Vorsitzende Arnold Dederichs als 1. Vorsitzender zurück. Heinz Pielen wurde zum 1. Vorsitzenden und Bernd Müller zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Aus einer Bierlaune heraus wurde durch Hans-Gerd Barkhoff vorgeschlagen, wieder eine Gruppe in der Art der "Gruppe Stoye" ins Leben zu rufen. Diese Idee wurde von Rita Barkhoff, Dorle Haußner, Magdalene Dederichs und Andrea Kreitz aufgenommen und am 14.11.1998 bei der Sessionseröffnung der Funkengarde mit der "Musikalischen Weltreise" in die Tat umgesetzt. Es entstand die Gruppe: Wysser Originale. Die Wysser Originale traten dann bis zur Session 2006/2007 auf. Nach der Session trat die Ideengeberin der Originale Rita Barkhoff als Leiterin dieser tollen Gruppe zum Leidwesen der KG Vettweiß und der Funkengarde Vettweiß zurück.

Bis 2002 wurden dann eine Herrensitzung und drei Damensitzungen angeboten. Das Festzelt wurde von 1380 auf 1580 Sitzplätze erweitert. Die Kartenbestellung am Aschermittwoch 2002 war so groß, dass wir für diese Session die vierte Damensitzung durchführten mussten. Leider konnten immer noch ca. 1000 Kartenwünsche nicht berücksichtigt werden. Am Aschermittwoch 2003 um 09.00 Uhr waren die Herrensitzung und vier Damensitzungen für die Session 2003/2004 ausverkauft.

Am 18.01.2007 musste wegen dem schweren Orkan "Kyrill" die 3. Damensitzung ausfallen.  :-(

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Die Geschicke des Vereins liegen heute in den Händen folgender Vereinsmitglieder:

Peter Eversheim, 1. Vorsitzender
Marcus Maubach, 2. Vorsitzender
Jürgen Ruskowski, Geschäftsführer
Guido Oleff, Schriftführer
Hubertus Thiel, 1.Kassierer
Michael Kreitz, 2. Kassierer
Hans-Gerd Barkhoff, Sitzungspräsident
 Udo Kreitz, Sitzungspräsident und Kommandant der Funkengarde

Aber ohne die vielen helfenden Mitglieder in der KG Vettweiß wäre dies alles nicht zu schaffen. Viele opfern den Jahresurlaub für die Sitzungen im Festzelt.

Besonderen Dank haben verdient:

- das Auf - und Abbauteam im Zelt
- die Agentur Rolf-Dietmar Schuster
- die Feuerwehr, Löschgruppe Vettweiß
- die Funkengarde
- die Showtanzgruppe
- der Kinderkarneval
- der TC Wyss
- die Weiß - Röcke
- die Wysser Pänz
- die Firma Elektro- Brandt
- das Wagenbauteam
- und viele ehrenamtliche Helfer
- Freunde und Gönner der KG Vettweiß

 

Prinzenpaare der Karnevalsgesellschaft Vettweiß:

1938 Peter Hülden - Berta Blank

1939 Fritz Dittgen - Therese Klein

1952 Josef Paulus - Maria Erken

 

Präsidenten der Karnevalsgesellschaft Vettweiß

Peter Hülden

Josef Paulus

Matthias Schmitz

Bernd Müller

Bernd Michels

Rolf-Dietmar Schuster

heute: Hans-Gerd Barkhoff und Udo Kreitz

Dieser kurze Rückblick kann nur auszugsweise das Bestehen der Karnevalsgesellschaft Vettweiß beschreiben. Nur durch die Mitarbeit aller Vereinsmitglieder und durch die Unterstützung der Dorfvereine sowie aller Bewohner von Vettweiß und Kettenheim wird es dem Vorstand möglich sein, die Tradition und das Brauchtum Karneval zu erhalten und zu pflegen und damit allen Frohsinn und Freude zu schenken.